frühmahl oder nachtstück

es gibt die blaue stunde.

es gibt stress, und auch die natuerliche leere.

und relativ unabhaengig davon, ob man sich zuvor ueberfressen hat, oder vernunft walten liesz ergibt sich des morgens eine hungrigkeit, die durch den gegenueber des firmenausganges befindlichen baecker noch geschuert wird.

so fruehstueckt man frische backwaren nach zehn stunden arbeit, und vor fuenf stunden schlaf. mit nichts ausser butter drauf und drin, denn mehr als butter braucht es nicht. die sonne kratzt in den augen, aber schoen ist es doch.

die “ren und rol versuchen spass zu haben und haben weitgehend erfolg damit”-tour 2007

beginnt beschaulich. endet beschaulich. aber mittendrin! ja mittendrin! beginnt richtigerweise damit, dass herr rol.de, seineszeichens wahl-nürnberger-bratwürstl auf wochenendurlaub nach ye goode olde austria kommt mit seinem schwarzen bayrischen. sein bayrischer hat zu diesem zwecke einen tempomaten, den der herr rol.de nach möglichkeit auf “echt ur hudeln” stellt, um jede menge öde autobahnkilometer unter die breiten gummistulpen zu bringen.

wenn er dann ankömmt, quartiert er sich gerne hier ein, nächtigt geschützt durch kesse ohrstöpsel (die katzen, die gelsen, der kühlschrank) auf der – durchaus bequemen, wie er mir versichert – gästecouch, und bringt auch immer schöne sachens mit.

so brachte er diesmal bayrische weisswürscht, eine mir eigentlich grösstenteils unbegreifliche, weil undefinierbare speise, und wahrlich, ja wahrlich, ebenso klassischen weisswürschtsenf und derlei passend’ bier, genannt “Aecht Schlenkerla Rauchbier”. letzteres muss man sich ungefähr so vorstellen: ein klafter holzkohle wird über mehrere wochen des herstellungsprozesses hinweg in frisches märzenbier getunkt, solange bis das getränk schmeckt, als wäre es ein rauchschinken aus feinstem schweinzgetier. aber bitte: was breit macht kann nicht böse sein!
ersterdings erwähnte würschte haben für mich einen geschmack nach “blassem leberkäse mit suppengrün in wursthaut”. als eher sporadischer weisswürscht-esser und dementhalben blanker weisswürscht-laie bitte ich diese einschätzung zu entschuldigen, falls jemand sich hier in seiner religiösen öberzoigung gestört fühlt.

laugenbrezen waren auch noch dabei, um den stereotypen hinlänglich genüge zu tun. allesamt eine hübsche angelegenheit, die die nötige unterlage bildet, um einen langen abend weitgehend unbeschadet zu überstehen.

und nachdem das alter seine spuren hinterlässt, und die risikobereitschaft proportional zur weissheit schrumpfet kamen wir überein, für den anstehenden abend gänzlich auf die benutzung von individualverkehrsmitteln zu verzichten, und unser schicksal den sogenannten öffentlichen verkehrsmitteln zu überantworten.

zu fuss schritten wir, und scheuten weder wind noch wetter, zur bushaltestelle, denn an der peripherie, im rurbanen raum, wie es heisst, muss man erst lokale überlandbusse benützen, um in die nähe der städtischen schnellverkehrsverbindungen zu geraten.
27 minuten später erreichten wir durchgeschüttelt (letzte sitzreihe) aber warm und glücklich den grubenwurm.

umsteigen ward angesagt, geplanterweise gleich zwomal. U1 zu U3, und U3 zu U6, gar kein problem.
nunja.

ins bier gespräch vertieft verpassten wir die erste umsteige, fuhren zu weit, disponierten um, hielten rast und inne, und hielten alsbald kebap und käsekrainer in händen.

derart gestärkt wieder hinabgestiegen und … Sie erraten es schon: zu weit gefahren, die zweite umsteige verpasst. nunja. man ist ja jung guten mutes, hat keinen zeitstress, und sieht sich die welt halt von der ubahn aus an. auch nicht schlecht.

nur zwoeinhalb stunden später ist das ziel erreicht. dorten ward die technotaube gegeben, eine unterhaltsame angelegenheit mit elektromusik und all-you-can-eat-vogelfutter. hinzu wurde eine live video-performance gereicht, bei welcher ein schwarzbehandschuhter mittels tippex, kreide und allerlei pappfiguerchen auf schwarzem hintergrunde allerlei fingerpuppenspiel erledigte, selbiges einem echtzeitkompjuterchen verfütterte, und das ergebnis auf leinwand projiziert auf das publikum losliess.
die darbietung wurde komplettiert von einer art modifizierten holzkastendrehleier, deren inneres wie man später erzählt bekam durch den laptop von frau Ali (massgebliche proponentin von dem hier und eventuelle vermittlerin in sachen ’28, burgenland, sandra’) ganz vortrefflich angetrieben wurde, die (leier, nicht Ali) aber durchaus einen direkt-haptischen drehleiereindruck (mit drehen und leiern) ermöglichte. (wär ja auch komisch andersrum)
mister Wicked Wiesl war (er lud ja eigentlich dorthin) auch zugegen – genau wie gefühlte 85% der weltbevölkerung. bierholen dauert dann und dort so etwa dreissig minuten, und bier wegtragen so etwa nicht minder. schön warm also! aber hallo, ein feiner abend, so un-affektiert habe ich das rhiz schon länger nicht erlebt, was aber andrerseits nicht viel heisst, weil ich schon länger nicht, also äh, Sie wissen schon. Wiesl erzählte mir eine geschichte von frau Elisa, ein wunderschöner name wie ich finde, aber ich glaube das darf ich eigentlich gar nicht verraten.

also artig mit dem kopfe genickt und dem fusse gewippt.
der herr Rol.de hingegen liess es sich nicht nehmen, zum gelungenen abend ein gepflegtes woandershin-walking hintanzufügen, und so geschah es denn auch. im nahegelegenen B72 war der grad an nobel dreinblickenden aestheten und elektronik-frickelern um genau jenen betrag geringer, als er an juvenilen effemviermusik-konsumentInnen höher war. kurz gesagt: durchwegs jüngeres alternative-mainstream publikum, mehr popsch-gewackel, mehr mitgesang, auch nicht sehr unangenehm.

der danach zur benutzung herangezogene nachtbus brauchte zwar in folge eher lang, genauer: eher sehr lang, so genau kann man das nicht mehr sagen, war ansonsten ein quell der freude für derartige einrichtungen nicht gewohnte peripheriebewohner. so weit und so billig kommt man sonst nicht durch die nächtliche stadt. nightline! yesyes!
das ende der stadt ist nur blöderweis noch nicht unbedingt deckungsgleich mit dem anfang der peripherie, oder genauer: von 7hirten nach laxengrad ists zu weit zu fuss, also muss ein taxi her, um die letzten kilometer zu überwinden.

nur: um nach drei uhr morgens gibts sowas nicht in 7hirten, wanderer, merke dies auf. also wacker losgestapft, und taxi gesucht.

die bestrebungen des herrn rol.de, ‘einfach in ein puff zu gehen und dort bei einem seiterl um günstige acht eurohs nach einem taxi zu fragen’ konnte ich trotz geringfügiger beeinträchtigung erfolgreich vereiteln, das dankt er mich sicherlich nochmal. denke ich. weiss ich!
und soo schlimm wars weiter gar nicht, ein halbes stündchen später gelang es herrn Rol.de, ein von aussen nicht als solches auszumachendes mietwägelchen abzufangen, heldenmutig, wie ich nicht aufhören will zu betonen.

der wohl türkischstämmige fahrer versicherte uns, in seinem navigationsgerät “wurscht welche land” drinnenzuhaben, wir glaubten ihm, merkten aber diskret an, dass das gerät die ganze restliche fahrt beständig versuchte, ihn zum umkehren zu bewegen. “wurscht welche land” führte uns aber dennoch zum ziel, und gab auch noch ein abschliessendes stichwort:
um dreiviertel vier des morgens gabs noch nürnberger rostbratwürstel als magenabschluss. dafür, dass zwei mittdreissiger jetzt verdauungsschwierigkeiten haben, können die aber gar nix!

get a mouthfull

oh jah

wenn wir schon beim 70 jahre altem sind, warum nicht mal pickled pork rinds probieren.

oh. my. frickin. jolly. god.

beiss in die gabel

die nacht ist lang und dunkel. und darum, ja darum habe ich beschlossen meinen sogenannten geburts-tag schon im naechsten jahr wieder einmal zu – wait for it – ja tatsaechlich: feiern.
und weil das so komisch ist wie nur was, sage ich euch auch noch was es zum essen geben wird, und zwar einzig und ausschliesslich:

das hier

ok, semmerln vielleicht noch dazu, damit das nicht so pickt.

dazu trinken tun wir fruchtmolke mit wodka. jawohl. und als mitternachtseinlage soll jemand mit nichts anderem als einem sowas bekleidet fuer uns tanzen.

mein lieber lumpi.

oh zotter.

es begub sich dass ich auge und ferngesteuerte hand war fuer freund Coyote, der sich unnoetiger- aber ausgesprochen liebenswuerdigerweise mit schokolade dafuer bedankte.

nachdem die rhythmen unterschiedlichst, die wege weit, und die hindernisse oft gross sein koennen musste A. fuer deponade, aeh deponierung, also zwischenlagerung sorgen. spaeter ging ich also hin ohne furcht und des spaetnachts, taeuschte den schreibtischbewachenden herrn quark, erbeutete, nahm an mich – und zu mir – und erfreute mein herz, meine seele und meinen leib am fair-ge-tradeten edelstkakaoprodukt.

mein lieber mann da kann aber einer schokolade kochen.

fleisch auf holz

ren
2006-09-25

die integration von gallery2 in wordpress bereitet noch einiges kopfzerbrechen. wieder so eine sache, von der ich eigentlich gar nicht erzaehlen wollte. ist aber so, wie unschwer ersichtlich ist.

die heutigen versuche, mit westoesterreichischem zubehoer nordgriechische spiessgerichte zu simulieren koennen im groben und ganzen als teilgescheitert bezeichnet werden. das fleisch war laut nachforschungen das passende, die gewuerze original-selbst-import, das feuer auch nix besseres als in .gr vorhanden, und doch wars nicht so recht.

dass dem grossvater die eigen-kreierten cevapcici sowieso und ueberhaupt, und er will ja nichts sagen, aber, besser schmaken war ja irgendwie zu erwarten (trocken), dass sie es einem selbst nicht so recht taten wiederum irgendwie nicht. trocken. ja ich mein. trocken ist fuer grossvatern alles, was nicht tuechtich tropft. und damit konnte ich nicht dienen. die groesse der fleischbrocken war halt grosselterntypisch, trotz intervention. dass zierlicheres gespiesse halt auch schneller *durch* wuerde habe ich mehrmals und betont erwaehnt, blieb aber unerhoert.

das argument, die spiesschen tuechtich ueber nacht einzumarinieren, ist nach anfaenglichen zweifel und ueberzeugtem abgestreite, vor allem aber nach gehoeriger googelung der thematik anscheinend doch stichhaltig. mist. nur so gewuerzereyen drueberstreuen is’ nich.

und wahrlich, obgleich ich andernorts darueber bloggte, vergass ich die zitronen, ich riesendolm.

das tsatsiki hingegen erfreute des kritikers papillen, wenngleich die eigeneinschaetzung darunter litt, dass das – zwar sahne, und zwar schafmilch – yoghurt einfach nicht die richtig dicke, fettige konsistenz hatte. aber gut, das kannten die oldies sowieso nicht, das ging so durch.

die versuche muessen jedenfalls fortgesetzt werden, dero geheimnisse der moeglichsten authentizitaet werden verdammt nochmal zu knackende sein.