der bauch des pepperoni

ging ich also hin, zum sogenannten ‘nah und frisch’ denn wahrlich, er war naheliegend, und wahrlich, er war fr… naja sagen wir: er ist auch nicht schlimmer als die anderen.

was fuer den franchizer ein debakel ist fuer mich eine labsaal, genuesslich schlenderte ich vollkommen alleine durch die menschenleeren regalefluchten. alles so schoen neu hier, gar nicht schlecht.

die reihen boten in kuehler gleichgueltigkeit standardlebensmittelregalausstattung dar, gute auswahl, andrerseits soweit nichts aussergwoehnliches, eine nette fair-trade ecke mit vermutlich angemessener, richtig teurer preisgestaltung.

doch halt.

inmitten des frisch-gewurstes lag er, in seiner plump-schoenen quaderhaftigkeit. DER PEPPERONIBAUCH.

der. bitte. was. ja. gut. aha. genau.

Sie glauben ja nicht, wie ein mensch eine wurstware beaeugen kann, wenn er einfach nicht glaubt, dass da ein beherzter fleischhacker zusammengefuegt hat, was man bisher nur getrennt kannte.

ich habe wahrlich schon allerhand gesehen, und speziell die verwendung von sulz und gelatine trieb so manche blueten der wurstwarengestaltung, die Ihnen Ihr arzt sicher nicht zur gicht-prophylaxe empfehlen wuerde, doch das hier war neu.
hiezu nahm der fleischersmann als basis etwas, das im ansatz schon irgendwie nach schweinebauch ausieht, aber dennoch ungewohnlich wirkt, und kochte und briet es einschliesslich (!) einer leberkaeseartigen masse und (!) unten dran drin noch etwas, das an zuenftigem selchspeck gemahnt in eine handliche form, die schon allein durch ihren abwechslungsreichen, sedimentstreifenartigen aufbau fasziniert. innen drinen tummeln sich dann tatsaechlich noch rote paprikastueckchen, die dem ganzen seinen namen geben.

“aussergewoehnlich wundervolle dreifaltige schweinerei!” dachte ich.

gluecklich glucksend erstand ich ein gutes stueck dieser angelegenheit, bewegte es nach hause und probierte es mit einem laenglichen backwerk namens ‘maismehlstangerl mit doppelten tomaten’, welches nebstbei bemerkt absolut nicht die spur einer einzigen einfachen tomate enthielt, geschweige denn einer doppelten.

und um es kurz zu machen: die optische exeptionalitaet des bis dahin verlockenden fleischkubus taeuscht ueber die geschmackliche -losigkeit nur unzureichend hinweg.

meine reaktionen reichten von “mei jo schon tuechtich fettich als wie”, ueber “ist mir laaaaangweilig”, bis “na dann lieber gleich leberkaese pur”. vom farbsprenkelgebenden pepperoni merkt man abgesehen von seiner optik genau nichts, was ueber alle massen schade ist, wo doch der ziegel abgesehen von sonstigem geschmack durchaus auch etwas schaerfe vertruege.

der figurbetonten veganoese sowieso nicht, doch auch dem hartgesottenen fleischfresser kann ich dieses machwerk also nur eingeschraenkt empfehlen. als optischer partygag neben kaeseigel und haeppchenteller in 80er-jahre-manier geht er noch durch, wenn man vorher brav fuer eine angemessene alkoholifizierung seiner gaestinnen und einer dementsprechenden papillen-apathie sorge traegt.

ansonsten ist seine verwendung eher fuer spektakulaere jausenbrotbelaege der kategorie “traust dich nie!” geeignet.

note to myself: patent fuer extrawurstsemmeldrehunddrink anmelden.

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