sa na ma!

ren
2012-01-22

mein opa sagt zu dingen die er irgendwie schlecht findet, also so zwielichtig, minderwertig, ungut, uebel, seit jahrzehnten – aber geh, was heisst – eher seit JAHRHUNDERTEN:

“des is sanamabäätsch.”
wie bitte?
jo genau.
ebenso, wie er “dschinque” fuer aehnliche anlaesse verwendet.
das ist irgendwie schief, verbogen? das ist “dschinque.”

natuerlich kann man das halbwegs mit “cinque” herleiten, aber woher die negative konnotation?
nur, weil die italiaenische “5” halt leider leider ungerade geraten ist? das war uns alles nicht klar.
aber natuerlich hamma das uebernommen, wir familienmitglieder, ohne genau zu wissen, was das heissen soll.
man hat es halt erst nachgeplappert, spaeter einfach sinngemaess verwendet, wie das eben kinder tun.
man hat halt ab und zu hochgezogene augenbrauen und fragende blicke geerntet, wenn man zu sehr in der eigenen “familien-sprache” parlierte.
aber so richtig gewundert hats uns nicht.

wir haben halt vermutlich angenommen, naja aufgrund seiner urigen herkunft, seiner sprache, sein deutsch-serbokroatisch-ungarisch-donauschschwabisch-voyvodinisch … vielleicht sogar italiaenisch? … wird das schon was heissen, der ausdruck.

“SANAMA BÄTSCH”
wir wussten nie wie man sowas schreibt.
vielleicht, ans ungarische angelehnt:
“SA NAMMA BECS”
nur … wer ist dieser herr Becs, und was zum teufel hat der boeses getan, dass man ihn ja schon quasi-schimpfwoertlich benutzt?
wurscht. es ist einfach in den familiendialekt uebergegangen, wie andere “family-isms”, die man mal auflisten sollte, ueberlege ich gerade …
ich bin mir sicher, jede familie hat sowas.

heute wollten wirs aber irgendwie doch wieder mal genauer wissen, wie das war, damals, und woher das kommt, und warum ueberhaupt, und frugen nach.
und oh wunder.
oh wahn.
es kommt gar nicht aus der “alten heimat” dem “gelobten land” mit dem fruchtbaren boden da unten, der batschka, der voyvodina, im heutigen serbien.
nee. du.
es is viel banaler.
er hat das einst auf einer der seltenen reisen gehoert.
von einem typen, der das genau so abwertend gebraucht hat wie der grossvater seitdem auch.

das war in canada.

“sanamabäätsch” hat er tatsaechlich damals verstanden, als deutsch/serbokroatisch/ungarisch- aber eben NICHT (!) englisch-sprecher.

mein lieber lumpi!

sonofabitch.

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