zwoundsechzig verdammte jahre

62 jahre gibts jetzt vespas, ok, sagen wir bis 2002, aber davon gibz ja auch noch restbestaende … aeh ich verschwurbel mich, ich gleite ab. also nochmal von vorn:

seit etwa 62 jahren gibt es spezielle italienische blechmotorroller, denen ich verdammt zugeneigt bin. zwei-und-sechzig-verdammte-jahre. und jetzt! also hier! also 2008! gibts was neues, also das GLAUBEN Sie nicht.

hach, ich krieg ja kaum noch luft bitte, so regt mich das auf.

also gut, langsam, ich muss ich wie es scheint ausholen.

das prinzip des klassischen vespa motors ist es (seit 62 jahren!) dass die kurbelwelle den einlass des luft/benzingemisches bestimmt. nennt sich auch ‘drehschieber’ oder ‘rotary valve’ motor … letzteres is imho etwas euphemistisch, weil ‘valven’ tut da recht wenig. kurbelwelle also kurbelt, und je nach winkel laesst sie benzin/luft-gemisch rein, oder nicht. das ist ansich kein schlechtes motorprinzip, wartungsarm, unspektakulaer, robust. nun ja. wenn man mehr so nach fuenfzigerjahrekriterien denkt. die dinger haben sich aber enorm lang gehalten, obwohl die konkurrenz schon seit geraumer (nagut: langer, laaaaanger) zeit die vorzuege von membrangesteuerten ansaug-systemen verwendete. die letzteren basieren auf membranen, die unabhaengig von der kurbelwelle oeffnen und schliessen, und u.a. den vorteil haben, dass wirklich zu ist, wenn zu ist, und nix mehr zurueck zum vergaser schwuppen kann.
und zurueckschwuppen will mensch im normalfall nicht. darueber hinaus sind membrangesteuerte motoren im regelfall leistungsstaerker und oekonomischer zu betreiben.

jetzt blieb die zeit nicht gaaanz stehen, sondern findige drittanbieter boten auch fuer den retro vespa motor nachruestsaetze an, mit denen die funktionalitaet gut bis ganz gut imitiert wurde. oh was hat man seit ca den 80er jahren in mue-he-voll-ster handarbeit selbst nachgeruestet …

aluschweissen! fraesen! teure membran-kits kaufen! feilen! polieren! noch mehr fraesen! fluchen! schwitzen! noch mehr fraesen! wieder nachpolieren! fluchen! noch mehr fraesen! nachpolieren! stuuuhuuuudenlange arbeit!

und dann funktionierts? und zischt?
ja.

jein.
naja.
man hatte traditionell mit einigem gefrickel zu kaempfen … viele einzelteile … viel moeglichkeiten dass es undicht wird und das is fuer die funktionalitaet eines motors naturgemaess eher schlecht. aerger ueber aerger, folgekosten, noch teurere membrankits nachkaufen, wieder stuuuuuuuuuuhuuuundenlange arbeit.

aaber was tut mensch nicht alles fuer das geliebte wackelchen.

*lufthol*

und jetzt.

JETZT!!

also 2008 (!) kommt ein indischer lizenz-vespa-nachbauer einfach her, und giesst ein bisschen alu hier, macht ein bisschen rocket science dort … und boom, ein perfekter membraneinlass OUT OF THE BOX direkt am motorgehaeuse. zack bumm aus.
LML hats gemacht. LML Stella heisst das teil, und basiert foermlich auf einer PX150, und hat einen erstmal wirklich tendenziell wahrscheinlich ziemlich sicher guten motor! (ja gut, wir reden hier immer noch von vespas, schnauze.)

also, obwohl das fuer die bigframes ist, und nicht fuer die smallframes, aber dennoch: wenn ich sowas mit 16 ghabt haette! alle haett ich verblasen! da-von-ge-zischt-o-hne-glei-che-n.

(ich mein, hab ich eh, mit nachbaugefrickel und stundenlangem basteln und herzblut und traenenschweiss, aber das ist eine andere geschichte).

und jetzt sagen Sie mir? brauch ich nicht eigentlich dringend einen neuen motor? hm? ja? sagen Sie?

LML Stella

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